Flussbestattungen sind nun erlaubt – aber welche Urnen sind geeignet?
Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland die Flussbestattung unter strengen Vorschriften erlaubt. Die Vorschriften beziehen sich auf Material der Urne und Orte der Beisetzung. Welche Lösungen gibt es für Urnen und Aschekapseln eigentlich?
Das Bestattungsgesetz und die Flussbestattung
Wer kennt es nicht? Man sitzt in einem Beratungsgespräch mit Angehörigen von Naturliebhabern, Anglern, Hobby- oder Berufskapitänen oder einem Menschen, der seine Heimat tief verbunden ist und die Frage oder Wunsch einer Naturbestattung wird lauter. Naturbestattungen, wie z.B. das Verstreuen der Asche auf einer Wiese oder im Fluss, waren bislang immer durch das Bestattungsgesetz in ganz Deutschland verboten.
Im September 2025 hat jedoch Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland die Flussbestattungen im Bestattungsgesetz § 11 Abs. 8 BestG RLP ermöglicht.
Strenge Vorschriften für die Flussbestattung
In Teilen von Rhein, Mosel, Lahn und Saar sind Flussbestattungen unter strengen Vorschriften erlaubt.
Erst nach Genehmigung eines Antrags und Erfüllung aller Anforderungen bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord darf eine Flussbestattung durchgeführt werden. Darunter zählt auch der Gebrauch einer biologisch abbaubaren Urne aus Zellulose. Die Urne muss sich demnach schnellstmöglich auflösen und darf nicht an das Ufer gespült werden.
Welche Probleme mit dem Material der Urnen gibt es?
Zellulose ist zu leicht, treibt oben und löst sich nicht schnell genug auf. Die Aschekapseln dürfen kein Metall enthalten, auch Implantate dürfen nicht beigesetzt werden, was ein Umfüllen nötig macht. Ersten Erfahrungsberichten nach wurde schon ein Aschebeutel aus Gelatine erlaubt.
Welche Angebote gibt es für Zelluloseurnen?
Ein Beutel aus Gelatine, wie z.B. der Aschebeutel von dem Hersteller Urnfold, soll sich innerhalb weniger Stunden im Wasser auflösen. Andere Urnenhersteller wie Völsing und Heiso bieten Überurnen aus Zellulose an, die für die Bestattung im Fluss zugelassen sind. Gelatine Beutel und Seeurnen sind bei Beck Pietätsbedarf im Online Shop erhältlich.
Die Lösung?
Man könnte natürlich die Urne aus Zellulose mit Steinen beschweren, aber ist das “die” Lösung? Andere Urnen, die sich schnell auflösen, wie Lehmurnen sind noch nicht zugelassen worden. Die Vorschriften müssen nun über einen Zeitraum geprüft werden und Änderungen am Gesetz können erst wieder 2030 vorgenommen werden. Bis dahin heißt es, sich mit den bestehenden Gegebenheiten zu arrangieren.
Aber was ist, wenn…
… man auf das Szenario der Beratung oder Vorsorgesgespräch zurückkommt und es sitzt eine Person einem Gegenüber, die überzeugt vegan lebt, dann wird der Gelatinebeutel schon wieder zu einem Problem. Also ist der Aschebeutel aus Gelantine eine gute, universelle Lösung? Wenn man eine vegane Person fragt, vermutlich nicht. Aber was ist dann die Lösung? Es bleibt spannend.